Herzlich willkommen auf meiner Webseite!
Dies war ursprünglich meine Hebammen-Webseite.
Seit dem 1.November 2025 ist ein neuer Hebammenhilfe Vertag zwischen der GKV und den Hebammen in Kraft getreten.
Nachdem Hebammen keine Vergütungsanpaßung seit 7 Jahren hatten, haben wir große Erwartungen in die neue Vergütungsverordnung gesetzt, damit wir auch weiterhin als Hebammen für die Schwangeren und Wöchnerinnen in unseren vielfältigen Tätigkeitsfeldern da sein könen.
Der neue Vertag (man kann es sich kaum vorstellen) stellt uns Hebammen jedoch finanziell SCHLECHTER als bisher. Bekamen wir bis zum 31.10.2025 ca. 40 Euro für einen Hausbesuch (ja, mehr war es nicht), so erreichen wir die 40 Euro Vergütung nach dem neuen Vertrag erst, wenn wir mindestens 40 volle Minuten bei der Wöchnerin bleiben, da wir nun in der 5-Minuten-Taktung bezahlt werden.
Desweiteren ist ein tiefer Einschnitt in meine freiberufliche Arbeit, das telefonische Beratungen ab dem 1.11.25 eine Quittierung der Klientin benötigen. Heißt in der Praxis: Wenn Sie mich nach abgeschlossener Betreuung noch kontaktiern, schicke bin ich gezwungen, Ihnen postalisch (!) einen Quittierungsbogen (Tinte, Papier, Briefumschlag, Porto, zweiter, frankierter Umschlag zur Weiterleitung an Ihre Krankenkasse) zuzuschicken, den Sie dann unterschreiben und an die KK weiterleiten.
Die Vergütung dieser "telefonischen Beratungen" erfolgt ab jetzt auch in einer 5-Minuten-Taktung. Heißt in der Praxis: Alle Telefonate müssen mindestens volle 5 Minuten gedauert haben, um sie überhaupt abrechnen zu dürfen. Egal, wieviel Zeit ich eventuell zuvor in eine Recherche für Ihre Anfrage inverstiert habe.
In der täglichen Praxis jedoch wurden bisher alle kleinen Nachfragen, Unsicherheiten über einen Messenger Dienst ausgetaischt. SEHR häufig. Die Beantwortung/Bearbeitung dieser Nachrichten wird seit dem 1.11.2025 NICHT mehr vergütet.
Neuerungen zum Thema Kurse gab es auch.
Bisher (und auch weiterhin) war es uns nicht gestattet, mehr als 10 Teilnehmerinnen pro Kurs zu betreuen. Bisher zu einem Stunden (60 min) Preis von ca. 9,70 Euro. Dieser Preis hat sich nur unwesentlich erhöht.
NEU hinzugekommen ist, dass ich (wie bisher auch) der KK nur die Stunden in Rechnung stellen kann, an denen Sie teilgenommen haben, Ausfallstunden durfte ich Ihnen privat in Rechnung stellen.
DAS IST AB JETZT VERBOTEN.
Habe ich also Ausfälle, muß ich die Kosten selber tragen. Das ist bei der erlaubten geringen Teilnehmerzahl und den Berliner Mietpreisen für Kursräume schlicht nicht mehr abbildbar.
WAS also tun?
Monatelang kreisten meine Gedanken um diese Frage. Und ich habe bisher nur vorläufige Antworten gefunden:
Klar ist:
ZU DIESEN BEDINGUNGEN WERDE ich nicht arbeiten. Ich werde zu diesm Dumpingpreisen meine Kompetenz nicht zur Verfügung stellen.
Ich liebe meinen Beruf weiterhin und ich liebe die Arbeit mit den Frauen und Familien
Da ich von den Einnahmen als Hebamme meinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann, habe ich mich entschlossen, ab dem 1.11.2025 nur noch privat Versicherte oder Selbstzahler-Klientinnen zu betreuen.
Geburtsvorbereitungskurse werden unter diesem Namen nicht mehr stattfinden, denn diese Kurse sind Hebammen vorbehaltene Tätigkeiten.
Ich werde dem selben Inhalt einen neuen Namen geben und nur noch als Heilpraktikerin und Geburts-Coach Kurse geben. Mit meiner 31 jährigen Erfahrung und Kompetenz . Allerdings für Gruppen bis zu 10 Paaren oder bis zu 20 Frauen.
Viele Leistungen werde ich ab jetzt nur noch in meiner Funktion als Heilpraktikerin anbieten. Dafür lohnt es, das Sie eine Heilpraktiker-Zusatz-Versicherung abschliessen, über die Sie dann Leistungen abrechnen können.
Glücklich bin ich über all das nicht.
Aber manchmal geht es im Leben nicht nur darum, glücklich zu sein, manchmal geht es darum, Haltung zu zeigen. Meine Haltung ist klar: wir als extrem gut ausgebildetes medizinisches Personal in einem Beruf, der so wertvoll ist und so viel Präventionsarbeit leistet, dürfen es nicht zulassen, unter solchen Bedingungen arbeiten zu müssen.
Ich habe den neuen Vertrag nicht unterschrieben.
Ich hoffe sehr, das unsere Klientinnen ihre Krankenkassen und "die Politik" mit Beschwerden und Eingaben zuschütten, dass SIE kämpfen! Dafür, das ein so wichtiges Stück Frauengesundheit nicht verschwindet in den nächsten Jahren, denn das wird es tun, wenn der eingeschlagene Weg nicht verändert wird.
Tun Sie s für Ihre Töchter, Schwestern, Nichten! Darum bitte ich Sie, wenn Sie bis hierhin diesen deprimierenden Text gelesen haben.
Ich freue mich weiterhin über Ihre Anfragen zur Betreuung vor und nach der Geburt Ihres Kindes!
Herzlichst,
Martina Akretch

